Best Practice Artikel
Die 9 goldenen Regeln der Newsletter-Abmeldung


Die Abmeldung ist ein wichtiger Moment in der Beziehung zwischen einem Unternehmen und seinen Newsletter-Empfängern. Aktuelle Studien belegen, dass sich nur 53% der Internetnutzer direkt über den Abmeldelink abmelden. Findet der abmeldewillige Newsletter-Empfänger keinen Abmeldelink oder ist ihm der Prozess zu kompliziert, kann es schnell zu Spam-Beschwerden kommen, was sich wiederum negativ auf Ihre Zustellsicherheit auswirkt. Entsprechend sollten Sie den Abmeldeprozess für Ihre Abonnenten so einfach wie möglich gestalten. Durch das Eingehen auf individuelle Bedürfnisse und die Abfrage von Gründen und Präferenzen kann man den Nutzer eventuell sogar umstimmen und als Abonnenten halten.
Welche Risiken gehen Sie beim Versuch ein, Abmeldungen zu verhindern oder aufzuhalten?
Wenn Sie versuchen Abmeldungen zu verhindern, wird der Empfänger Ihre Nachrichten künftig einfach in den Papierkorb verschieben oder einen automatischen Filter aktivieren, der sie löscht. Die „Email Marketing Attitude Study“ von SNCD nimmt an, dass etwa 28% aller Internetnutzer auf diese Weise ihre Newsletter „abbestellen“.
Diese große Menge an inaktiven Nutzern, die Ihre Newsletter nicht öffnen und entsprechend keine Links anklicken, kann bis zu 40% Ihrer Verteilerliste ausmachen. Als Konsequenz daraus nehmen Ihre Öffnungs- und Klickraten immer stärker ab und Ihre Aussendungen verlieren an Effizienz. Die inaktiven Nutzer bilden eine leblose Masse, die Sie auch noch Geld kostet, da Sie z.B. für den Versand der Nachrichten oder die Segmentierung und Bereinigung Ihrer Datenbank zahlen müssen.
Im schlimmsten Fall kann der Abonnent Ihre Nachricht als Spam deklarieren, wenn eine Abmeldung für ihn nicht direkt ersichtlich oder zu kompliziert gestaltet ist. In diesem Fall ergibt sich eine negative Auswirkung auf Ihre Zustellsicherheit, da der E-Mail-Service-Anbieter Sie bei zu vielen Beschwerden fälschlicherweise als Spammer identifizieren und Ihre Nachrichten künftig nicht mehr zustellen könnte.
Um Ihren Abmeldeprozess zu optimieren, sollten Sie daher folgende Best Practice Tipps beachten:
Gestalten Sie Ihren Abmeldeprozess einfach
Der Schlüssel für zufriedene Nutzer ist ein unkomplizierter Abmeldeprozess. Vermeiden Sie die Abfrage von Codes oder komplizierten Passwörtern. Dies provoziert massenhaft misslungene Abmeldungen, die wiederum Beschwerden unzufriedener Abonnenten nach sich ziehen.
Daher unser Tipp: Personalisieren Sie Ihre Abmeldeseite mit der E-Mail-Adresse des Nutzers und einem einfachen Bestätigungsbutton.
Gestalten und platzieren Sie Ihren Abmeldelink gut sichtbar
Traditionell befindet sich der Abmeldelink im Footer, wo er gut sichtbar platziert und unterstrichen sein sollte. Noch besser für die Sichtbarkeit ist eine Platzierung im Header. Je mehr ein Unternehmen versucht, die Möglichkeit zur Abmeldung zu verstecken, desto stärker wird die Beschwerderate steigen. Zusätzlich leidet die Performance Ihre Kampagne durch die höhere Anzahl an inaktiven Abonnenten.
Testen Sie regelmäßig Ihren Abmeldelink
Viele Abmeldelinks funktionieren nicht, da sie nach dem einmaligen Test im Rahmen der Implementierung nicht mehr überprüft werden. Deswegen sollten Sie vor jedem Versand Ihren Abmeldelink testen und zusätzlich sicher gehen, dass der anschließende Prozess der Löschung des Abonnenten aus der Datenbank reibungslos funktioniert.
Achten Sie auf eine einheitliche Gestaltung von Newsletter und Abmeldeseite
Der Nutzer sollte durch den Klick auf den Abmeldelink in einem ihm vertrauten Umfeld (z.B. bezüglich Farbe und Design) landen. Allzu häufig werden die Abmeldeseiten von den Unternehmen vernachlässigt und das Design ist nicht immer auf dem aktuellen Stand. Dabei ist diese Seite der letzte gute oder schlechte Eindruck, den der Nutzer von Ihrem Unternehmen und Ihren Produkten erhält - entsprechend wichtig ist die Gestaltung.
Bieten Sie die Möglichkeit, Sendefrequenzen zu ändern
Eine elegante Möglichkeit um Abmeldungen entgegen zu wirken besteht darin, Alternativen zur endgültigen Abmeldung zu bieten. So können Sie zum Beispiel eine andere Sendefrequenz oder die Wahl eines bestimmten Tages zum Versand anbieten oder Sie fragen die Interessen des Abonnenten ab, um ihm künftig nur noch ausgesuchte Newsletter zukommen zu lassen. Diese Möglichkeiten zur Auswahl sollten selbstverständlich optional bleiben.
Beispiel: „Wollen Sie sich endgültig vom Newsletter abmelden, oder möchten Sie nur noch einen Newsletter in der Woche oder nur noch einen Newsletter im Monat erhalten?“
Dadurch erhalten Sie die Möglichkeit, eine signifikante Anzahl von Nutzern zu halten. Anschließend müssen Sie natürlich spezifische Newsletter und Kampagnen aufsetzen, die mit der Interessens-Auswahl Ihrer Nutzer übereinstimmt, was nicht immer ganz einfach ist.
Fragen Sie nach dem Abmeldegrund – aber optional
Indem Sie nach dem Grund der Abmeldung fragen, können Sie abschätzen, warum Ihr Nutzer die Beziehung mit Ihnen beenden möchte. Die Abfrage eines Grundes darf jedoch nur optional erfolgen und darf den Abmeldeprozess an sich nicht behindern.
Senden Sie Ihren Nutzern eine Abmeldebestätigung
Eine weitere wichtige Empfehlung besteht darin, Ihren Abmeldern eine Bestätigungs-E-Mail zukommen zu lassen. Diese letzte Kommunikation versichert Ihrem ehemaligen Abonnenten, dass Sie seine Abmeldung registriert und umgesetzt haben.
Geben Sie eine Zeitspanne für die Umsetzung an
Abmeldungen werden nicht immer sofort im System oder Übertragungstool verarbeitet. Deswegen sollten Sie Ihre Nutzer darüber informieren, ab wann die Abmeldung endgültig umgesetzt ist. In einigen Ländern ist diese Information sogar gesetzlich verpflichtend, unter anderem in den USA.
Behalten Sie direkte Antworten im Auge
Laut der EMA Studie von SNCD melden sich annähernd 7% der Nutzer durch eine direkte Antwort auf die versendete E-Mail ab. Wenn Sie Ihren Posteingang also nicht kontrollieren, versäumen Sie 7% der Abmeldungen, erhöhen damit die inaktiven Adressen in Ihrer Datenbank und bringen sich eventuell in rechtliche Schwierigkeiten.
Somit bleibt als Fazit festzuhalten, dass Sie nicht nur dem Abonnenten, sondern auch sich selbst einen Gefallen tun, wenn Sie den Abmeldeprozess so einfach wie möglich gestalten. Hat der Nutzer das Interesse an Ihrem Newsletter verloren, legen Sie ihm bei der Abmeldung keine unnötigen Steine in den Weg. Vielmehr sollte Ihnen daran gelegen sein, durch die einfache und benutzerfreundliche Gestaltung des Abmeldeprozesses einen positiven Eindruck bei Ihren ehemaligen Abonnenten zu hinterlassen.
Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem monatlichen Newsletter "Inside Digital Marketing" der eCircle GmbH. Falls Sie diesen Artikel weitergeleitet bekommen haben und zukünftig auch über Neuigkeiten aus der Branche informiert werden möchten, können Sie sich hier anmelden:
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